„Malerei als Akt des Verbergens“
Die Presse über Victor Man in der Deutsche Bank KunstHalle

Victor Mans Ausstellung „Zephir“ in der Deutsche Bank KunstHalle lädt zu einer Reise in einen dunklen, rätselhaften Kosmos ein – und begeistert die Kritiker.
„Jedes Jahr kürt die Deutsche Bank einen Künstler des Jahres“, schreibt Ingeborg Wiensowski im Kulturspiegel. „Ihre Wahl für 2014 ist eine echte Überraschung. Denn Victor Man (…) ist zwar seit rund zehn Jahren erfolgreich in der Kunstszene präsent, aber ein Hot Shot mit Glamour-Faktor ist er nicht.“  „Visionär“ erscheinen Wiensowski Mans „dichte und geheimnisvolle Bildwelten, die aussehen, als seien sie aus einer anderen Zeit und langsam in Kirchen oder Museen nachgedunkelt.“ Das sieht Nicola Kuhn ganz ähnlich: „Bis vor gar nicht so langer Zeit galt er noch als Geheimtipp“, so die Kunst-Redakteurin des Tagesspiegel. „Die Ernennung zum „Künstler des Jahres“ der Deutschen Bank, und die dazugehörige Ausstellung in der Berliner Deutsche Bank KunstHalle katapultiert Victor Man nun endgültig in die Öffentlichkeit.“ Die Schau erscheint ihr als „Exerzitium in Einkehr und Konzentration“, wo „altmeisterlich gemalte Bilder“ wie kostbare Reliquien inszeniert sind.

„Die Bilder des rumänischen Künstlers Victor Man sind für sich genommen schon einnehmend genug, in Zusammenspiel mit der extravaganten Präsentation allerdings verstärken sie die Fiktion einer düsteren Welt nachhaltig“, so Lea Albring vom neuen Berlin-Portal Qiez. In seinem Victor Man Porträt für die Art bemerkt Kito Nedo: „Ausstellungsräume sind für Man nicht einfach nur Hülle, sondern integraler Teil seines Werks, eine Art Medium.“  So fühlt sich Katrin Schirner vom Art Lovers Club in der Deutsche Bank KunstHalle an einen „fast sakral anmutenden Saal“ erinnert, Sven Grünwitzky vom Kunst-Blog QJUBES dagegen an einen „Bunker musealer Zeitlosigkeit. (…) Victor Mans eindringliche Malerei bildet einen Schutzraum gegen die Überreizung der Gegenwart.“

„Fast an eine Kathedrale“ lässt die Ausstellung Ingeborg Ruthe von der Berliner Zeitung denken und sie fährt fort: „Genau das ist Victor Mans Kunstform zwischen Materiellem und Spirituellem, mit der er ganz aus dem Rahmen aktueller Malerei fällt. Alles wirkt übernatürlich: Figuren, Gesten, Symbole. Alles ist wie aus der Zeit gefallen oder weit zurückreichend in Antike, Renaissance – und doch mittendrin in unserer schnelllebigen, stillosen Gegenwart.“ Für Jochen Stöckmann von Deutschlandradio Kultur ist Man „ein Maler der Zwischenwelten, der alles Eindeutige meidet.“ Seine „verstörenden Sujets werden wie tröstliche Ikonenmalerei präsentiert: kleine Formate im edlen Rahmen, verhalten leuchtende Farben.“

Auch die Berliner Morgenpost schwärmt für Mans „rätselhafte Ölgemälde“ und Marie Kaiser, die für Radio Eins die Rubrik „Art aber fair“ betreut, erinnern seine „geheimnisvollen Schattenbilder“ an die Werke der Surrealisten. Monopol stellt fest: „Nacht oder Dämmer herrscht in seinen Bildräumen, in denen viel kunstgeschichtliches Wissen gespeichert ist.“ „Man ist ein Künstler, bei dem das Rätsel zentrales Stilmittel ist“, konstatiert die Art. „Etwas zeigen und gleichzeitig nichts zeigen: Man hat die Malerei als Akt des Verbergens perfektioniert.“ Und Martina Jammers schreibt im Stadtmagazin tip: „Victor Man gibt keine Interviews. So überlässt er uns die Deutungshoheit. (…) Wir müssen uns auseinandersetzen mit Szenen, die einem Zwischenreich entstammen, wo die Persönlichkeit keine Rolle mehr spielt und Sigmund Freuds Es auf den Plan tritt.“    

In der taz betont Brigitte Werneburg die „stupende Maltechnik“, die Victor Man „perfekt beherrscht.“ Mit seinen Referenzen an die Alten Meister „erfindet er diese auf seltsam vertrackte Weise als zeitgenössische Malerei neu.“ Werneburgs Fazit: „Mit Victor Man haben die Deutsche Bank und ihre Sachverständigen Okwui Enwezor (Haus der Kunst), Hou Hanrou (Maxxi Museum), Udo Kittelmann (Nationalgalerie) und die Kuratorin Victoria Noorthoorn einen Künstler gefunden, der eigensinnig genug scheint, um den Hype, der zuletzt um ihn entstanden ist, zu überdauern.“